Außensportanlagen prüfen und warten
Draußen arbeitet das Wetter mit. Was in der Halle über Jahre unverändert bleibt, verändert sich im Freien laufend: Korrosion, Frost, UV-Strahlung und Bodenbewegung greifen genau die Bauteile an, die die Standsicherheit tragen.
Worauf es bei dieser Geräteart ankommt
Zu den Außensportanlagen zählen Bolzplätze und Kleinspielfelder, Schulsportfreianlagen, Vereinsplätze, Streetballfelder sowie die in den letzten Jahren stark gewachsene Gruppe der frei zugänglichen Fitness- und Calisthenics-Anlagen im öffentlichen Raum.
Der Unterschied zur Halle liegt weniger in der Prüftechnik als im Schadensbild. Im Freien entstehen die kritischen Mängel dort, wo Metall auf Boden trifft: an Bodenhülsen, Fundamenten und den Übergängen, die bei aufgestelltem Gerät gar nicht sichtbar sind.
Prüfschwerpunkte
- Standsicherheit und Umsturzsicherung von Toranlagen – der wichtigste Punkt überhaupt
- Bodenhülsen und Fundamente: Sitz, Verschmutzung, Wasserstand, Korrosion
- tragende Rohre und Profile am Übergang zum Boden, wo Rost von innen beginnt
- Schweißnähte, Verbindungen und Befestigungsmittel
- Netze, Netzhaken und Befestigungsclips
- Basketball- und Streetballanlagen: Mast, Ausleger, Zielbrett, Ring und Netz
- Outdoor-Fitness- und Calisthenics-Geräte: Griffe, Lager, bewegliche Teile, Beschichtung
- Fallschutzflächen und Untergrund im Nutzungsbereich
Typische Schadensbilder
- Korrosion im Bereich der Bodenhülse, von innen nach außen fortschreitend
- verschmutzte oder wassergefüllte Bodenhülsen, in denen der Pfosten nicht mehr sicher sitzt
- fehlende oder unwirksame Umsturzsicherung an mobilen und teilmobilen Toren
- gerissene Schweißnähte an Eckverbindungen nach Belastung
- abgeplatzte Beschichtung, darunter tiefergehender Materialabtrag
- ausgeschlagene Lager an beweglichen Outdoor-Fitnessgeräten
Normbezug
Für Tore gelten je nach Bauart eigene Normteile, unter anderem DIN EN 748 für Fußballtore; die Standsicherheit ist dort der zentrale Punkt. Für ortsfeste Fitnessgeräte im Freien ist DIN EN 16630 (Ausgabe Juni 2015) einschlägig: „Ortsfeste Fitnessgeräte im Freien – Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren“. Sie regelt ausdrücklich auch Inspektion und Instandhaltung und gilt für frei zugängliche Geräte für Jugendliche und Erwachsene; elektrisch betriebene Geräte erfasst sie nicht.
Spielplatzgeräte auf demselben Gelände folgen einem eigenen Rahmen (DIN EN 1176, dazu die DGUV Information 202-022) mit eigenen Kontrollarten und eigenem Prüfmaßstab. Wir decken beides ab und weisen es getrennt aus – im selben Termin, in eigenen Positionen. Zur Prüfung von Spielplatzgeräten
Die dargestellten Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Welche Anforderungen im konkreten Fall gelten, hängt unter anderem von Bauart, Alter, Aufstellungsort, Nutzung und Herstellerangaben ab. Aus der Nennung einer Norm folgt nicht, dass sie für jedes Bestandsgerät unmittelbar anzuwenden ist.
Wartung und Instandsetzung
Im Freien ist Wartung mehr als Nachziehen. Bodenhülsen werden gereinigt und entwässert, Verschlüsse gangbar gemacht, Netze und Befestigungen ersetzt, bewegliche Teile geschmiert und Beschichtungsschäden nach Abstimmung ausgebessert.
Sinnvoll ist ein Termin im Frühjahr zum Saisonbeginn: Was der Winter angegriffen hat, zeigt sich dann am deutlichsten und lässt sich vor der Hauptnutzungszeit beheben.
Häufige Fragen
Zum Saisonbeginn im Frühjahr. Frost, Nässe und Streusalz hinterlassen ihre Spuren über den Winter; wird direkt danach geprüft, bleibt vor der Hauptnutzungszeit Zeit für die Instandsetzung.
In der Regel nicht. Bodenhülsen lassen sich bei ausgehobenem Pfosten beurteilen, das übernehmen wir im Termin. Wo ein Verdacht auf Korrosion im nicht einsehbaren Bereich besteht, sprechen wir das Vorgehen vorher ab.
Ja, auf Wunsch. Sie folgen einem eigenen Regelwerk mit eigenen Kontrollarten und eigenem Maßstab, deshalb führen wir sie als eigene Position – erledigen sie aber im selben Termin. Zur Prüfung von Spielplatzgeräten
Ja. Für ortsfeste Fitnessgeräte im Freien ist DIN EN 16630 einschlägig, die auch Inspektion und Instandhaltung behandelt. Geprüft werden Standsicherheit, Verbindungen, bewegliche Teile, Griffe und der Zustand der Flächen darunter.