Prüfung · Wartung · Instandhaltung von Sport- und Fitnessgeräten info@sportgeraete-pruefdienst.de
Geräteraum einer Turnhalle mit Matten, Reifen und Kleingeräten – Umfang der Sportgeräteprüfung
Wissen · Artikel

Was gehört zu einer Sportgeräteprüfung?

Was bei einer Prüfung tatsächlich betrachtet wird – und ebenso wichtig: was eine Sicht- und Funktionsprüfung nicht leisten kann.

Prüfumfang: was tatsächlich betrachtet wird

Eine Sportgeräteprüfung ist keine Materialprüfung im Labor und keine statische Berechnung. Sie ist eine strukturierte Sicht- und Funktionsprüfung am aufgestellten oder eingebauten Gerät, ergänzt um Handproben, Betätigung beweglicher Teile und – wo nötig – den Einsatz einfacher Prüf- und Messmittel.

Das klingt weniger spektakulär, als es ist: Der überwiegende Teil sicherheitsrelevanter Mängel an Sportgeräten ist auf diesem Weg erkennbar, wenn systematisch und mit Erfahrung vorgegangen wird.

Die sieben Prüfbereiche

1. Standsicherheit und Verankerung

Bodenhülsen und deren Sitz, Wand- und Deckenbefestigungen, Dübelverbindungen, Ballastierung bei mobilen Geräten, Kippverhalten. Bei fest eingebauten Geräten ist dies der Bereich mit dem größten Gefährdungspotenzial.

2. Tragende Bauteile

Rahmen, Stützen, Ausleger, Holme, Traversen: Verformungen, Risse, Zustand von Schweißnähten, Korrosion an tragenden Querschnitten.

3. Verbindungen und Befestigungen

Schraub-, Steck- und Bolzenverbindungen, Splinte und Sicherungselemente, Vollständigkeit und fester Sitz. Ein häufiger Befund sind fehlende Sicherungen, die irgendwann bei einer Reparatur nicht wieder eingesetzt wurden.

4. Bewegliche Teile

Seilzüge, Umlenkrollen, Gelenke, Rollen, Höhen- und Neigungsverstellungen, Klapp- und Schwenkmechaniken, Arretierungen. Diese werden betätigt, nicht nur betrachtet.

5. Verschleiß und Materialzustand

Seile und Gurte, Lager, Polster und Bezüge, Holzbauteile, Kunststoffteile, Korrosion. Hier entscheidet Erfahrung, ob ein Zustand noch akzeptabel oder bereits ein Mangel ist.

6. Sicherheitsrelevante Bauteile

Verriegelungen, Umsturz- und Kippsicherungen, Fangvorrichtungen, Endanschläge, Abdeckungen. Ihre Funktion wird geprüft, nicht nur ihr Vorhandensein.

7. Umfeld, Kennzeichnung und Unterlagen

Freiräume und Fallbereiche, Zustand des Bodens im Umfeld, Typenschilder, Angaben zur zulässigen Belastung, vorhandene Herstellerdokumentation.

Reichweite der Sicht- und Funktionsprüfung

Die Sicht- und Funktionsprüfung erfasst den weit überwiegenden Teil sicherheitsrelevanter Mängel. Für einige Fragestellungen gibt es ergänzende, eigenständige Verfahren:

  • zerstörungsfreie Prüfverfahren für innere Materialfehler
  • statische Beurteilung von Bauteilen und Verankerungsuntergründen
  • messtechnische Prüfung der Dämpfungseigenschaften von Matten und Sportböden
  • die laufende Kontrolle im Betrieb, die den Zustand zwischen zwei Prüfterminen im Blick behält

Der Prüfumfang wird im Angebot und im Befund ausdrücklich benannt – so ist jederzeit klar, worauf sich das Ergebnis bezieht.

Der Prüfumfang gehört ins Angebot

Ein Angebot, das nur „Prüfung der Sportgeräte“ sagt, ist nicht vergleichbar. Sinnvoll ist eine Beschreibung, die mindestens folgende Punkte klärt:

  • welche Geräte und Einrichtungen einbezogen sind, möglichst mit Stückzahlen
  • ob ortsfeste Einrichtungen wie Trennvorhänge und Prallschutz enthalten sind
  • ob Wartungsarbeiten enthalten sind und in welchem Umfang
  • ob Verschleißteile enthalten sind
  • was ausdrücklich nicht enthalten ist – etwa bauliche Prüfungen, elektrotechnische Prüfungen, Spielplatzgeräte, Bodenprüfungen
  • Form und Umfang der Dokumentation

Siehe dazu auch: Prüfablauf und Prüfbericht und Dokumentation.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Verlinkung erfolgt zur Orientierung. Maßgeblich ist jeweils die aktuelle Fassung beim Herausgeber.

Anfrage senden