Tore prüfen und warten
Bei Toren gibt es ein Thema, das alle anderen überragt: die Sicherung gegen Umkippen. Alles andere ist Instandhaltung – dieser Punkt ist sicherheitsrelevant.
Worauf es bei dieser Geräteart ankommt
Tore stehen in Hallen und auf Außenanlagen, werden verschoben, umgestellt und beklettert. Der kritische Punkt ist immer derselbe: Ein Tor, das nicht gegen Umkippen gesichert ist, stellt eine erhebliche Gefährdung dar – insbesondere dort, wo Kinder und Jugendliche Zugang haben.
Deshalb steht bei der Prüfung von Toren die Umsturzsicherung im Mittelpunkt: fest eingebaute Tore über Bodenhülsen oder Wandbefestigung, mobile Tore über geeignete Verankerung, Ballastierung oder Kippsicherungen. Dazu kommen Rahmen, Netzbefestigung und Zustand der Netze.
Prüfschwerpunkte
- Sicherung gegen Umkippen: vorhanden, geeignet, wirksam, korrekt angebracht
- Bodenhülsen: Zustand, Sitz, Verriegelung des Torpfostens, Deckel
- Bei mobilen Toren: Ballast oder Erdanker, Kippsicherungen, Fahrgestell
- Rahmen: Verformung, Risse, Schweißnähte, Korrosion, Zustand der Verbindungen
- Netzbefestigung: Haken, Ösen, Clips, Netzbügel, scharfe Kanten
- Netz: Risse, Maschenschäden, Befestigungspunkte
- Bei Hallentoren: Zustand der Rollen, Aufhängungen und Transportvorrichtungen
- Kennzeichnung und Herstellerangaben, soweit vorhanden
- Umfeld: Freiraum hinter dem Tor, Zustand des Bodens
Typische Schadensbilder
- fehlende oder unwirksame Umsturzsicherung – der mit Abstand häufigste sicherheitsrelevante Befund an Toren
- verschmutzte oder ausgeschlagene Bodenhülsen ohne sicheren Sitz des Pfostens
- verbogene Rahmen nach Belastung, Rissbildung an Schweißnähten
- scharfe Kanten an Netzhaken und Befestigungen
- gerissene Netze und fehlende Befestigungsclips
- Korrosion an Außentoren, insbesondere im Bodenbereich
Normbezug
Für Tore bestehen eigene Normteile innerhalb der Reihe für Spielfeldgeräte: DIN EN 748 für Fußballtore, DIN EN 749 für Handballtore und DIN EN 750 für Hockeytore. Diese Normen behandeln unter anderem die Standsicherheit und die Sicherung gegen Umkippen.
Die DGUV Information 202-044 behandelt Sportstätten und Sportgeräte allgemein und ist für Hallen und Schulsport die gängige fachliche Orientierung. Welche Anforderungen an ein konkretes Tor gestellt werden, hängt von Bauart, Aufstellungsort und Herstellerangaben ab.
Die dargestellten Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Welche Anforderungen im konkreten Fall gelten, hängt unter anderem von Bauart, Alter, Aufstellungsort, Nutzung und Herstellerangaben ab. Aus der Nennung einer Norm folgt nicht, dass sie für jedes Bestandsgerät unmittelbar anzuwenden ist.
Wartung und Instandsetzung
Netze, Netzhaken und Clips sind typische Verschleißteile und werden im Rahmen der Wartung getauscht. Bodenhülsen werden gereinigt und mit Deckeln versehen, Verbindungen nachgezogen, Korrosionsstellen gemeldet.
Fehlt eine wirksame Umsturzsicherung, ist das kein Wartungsthema, sondern ein Befund mit unmittelbarem Handlungsbedarf. Wir weisen darauf vor Ort hin, halten es im Befund fest und schlagen eine geeignete Lösung vor.
Häufige Fragen
Das hängt von Bauart, Aufstellungsort und Untergrund ab: Bodenhülsen mit Verriegelung, Wandbefestigung, Erdanker, geeigneter Ballast oder Kippsicherungen. Entscheidend ist, dass die Sicherung zur konkreten Situation passt und im Betrieb auch tatsächlich benutzt wird. Wir beschreiben im Befund, was wir vorgefunden haben, und schlagen bei Bedarf eine Lösung vor.
Die Größe allein entscheidet nicht. Auch kleinere Tore können bei Belastung kippen. Maßgeblich sind Gewicht, Bauart, Standfläche und die Frage, wer Zugang hat.
Ja, Sportgeräte auf Außensportanlagen beziehen wir ein. Nicht dazu gehören Spielplatzgeräte – für diese besteht mit DIN EN 1176 ein eigener Regelwerksrahmen.