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Sprossenwände an der Hallenwand – Normen und Regelwerke für Sportgeräte
Wissen · Regelwerk

Normen und Regelwerke

Welche Vorschriften, Informationen und Normen für Sportgeräte, Fitnessgeräte, Sporthallen und Spielplatzgeräte jeweils relevant sein können – sauber getrennt statt pauschal vermischt.

  • Getrennt nach Sportgeräten, Fitnessgeräten, Halle und Spielplatz
  • Mit Verweis auf die offiziellen Herausgeber
  • Keine Wiedergabe geschützter Normtexte
  • Keine Rechtsberatung

Vier Bereiche, die man nicht vermischen sollte

Die häufigste Fehlerquelle in diesem Themenfeld ist die Vermischung von Regelwerken, die für unterschiedliche Dinge gemacht wurden. Ein Sporthallengerät, ein gewerbliches Trainingsgerät, ein Spielplatzgerät und die Sporthalle als bauliche Anlage folgen jeweils eigenen Anforderungen.

Sportgeräte

Turn- und Spielfeldgeräte in Hallen, Schulen und Vereinen. Eigene DIN-EN-Normenreihen je Geräteart, DGUV Information 202-044 als fachliche Orientierung.

Fitnessgeräte

Stationäre Trainingsgeräte im gewerblichen Betrieb. Normenreihe DIN EN ISO 20957 (früher DIN EN 957), Herstellerangaben, bei Netzbetrieb zusätzlich elektrotechnische Anforderungen.

Sporthalle

Bauliche Anlage und Ausstattung: DIN 18032 mit Teilen zu Planung, Sportböden, Ballwurfsicherheit, Trennvorhängen, Einbau und Verankerung von Sportgeräten sowie Prallschutz.

Spielplatzgeräte

Eigener Rahmen mit DIN EN 1176 und DIN EN 1177: Fangstellen, freier Fallraum und Fallschutz. Nicht der Maßstab für Sporthallengeräte – deshalb führen wir beides getrennt.

Zur Geräteseite

Vorschriften und Informationen zur Sportgeräteprüfung

RegelwerkWas es regelt bzw. beschreibtPraktische Bedeutung
DGUV Vorschrift 1 „Grundsätze der Prävention“Grundpflichten im Arbeitsschutz, unter anderem die Überprüfung auf sicheren ZustandWird in der DGUV Information 202-044 als Bezugspunkt für Prüfanlässe genannt
DGUV Information 202-044„Sportstätten und Sportgeräte – Hinweise zur Sicherheit und Prüfung“Fachliche Orientierung zu Prüfanlässen, Qualifikation und Prüfbefund
Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)Anforderungen an Bereitstellung und Benutzung von Arbeitsmitteln, § 14 zur PrüfungArt, Umfang und Fristen von Prüfungen leitet der Arbeitgeber aus der Gefährdungsbeurteilung ab; Ergebnisse sind zu dokumentieren
TRBS 1203Anforderungen an zur Prüfung befähigte PersonenMaßstab für die Qualifikation der prüfenden Person
DGUV Vorschrift 3 und zugehörige DGUV InformationenElektrische Anlagen und BetriebsmittelRelevant bei netzbetriebenen Fitnessgeräten, gesondert zu betrachten
HerstellerangabenBetriebs- und Wartungsanleitungen, Verschleißgrenzen, zulässige BelastungenFür das konkrete Gerät oft die genaueste Quelle

Normen für Sportgeräte

Für Turngeräte, Spielfeldgeräte und Matten bestehen eigene europäische Normenreihen. Sie beschreiben sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren – überwiegend produktbezogen und damit primär an Hersteller gerichtet. Die folgende Übersicht nennt Nummer und Gegenstand zur Orientierung; die Normtexte selbst sind über den Herausgeber zu beziehen.

Turngeräte

NormGegenstand
DIN EN 913Turngeräte – allgemeine sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren
DIN EN 914Barren und kombinierte Stufenbarren/Barren
DIN EN 915Stufenbarren
DIN EN 12196Pferde und Böcke
DIN EN 12197Reck
DIN EN 12346Sprossenwände, Gitterleitern und Kletterrahmen
DIN EN 12432Schwebebalken
DIN EN 12655Ringeeinrichtungen
DIN EN 13219Trampoline

Spielfeldgeräte

NormGegenstand
DIN EN 748Fußballtore
DIN EN 749Handballtore
DIN EN 750Hockeytore
DIN EN 1270Basketballgeräte
DIN EN 1271Volleyballgeräte
DIN EN 1509Badmintoneinrichtungen

Matten

NormGegenstand
DIN EN 12503-1Sportmatten – Turnmatten
DIN EN 12503-2Sportmatten – Stabhochsprung- und Hochsprungmatten

Sporthalle

NormGegenstand
DIN 18032-1Sporthallen – Grundsätze für die Planung
DIN 18032-2Sportböden – Anforderungen und Prüfungen
DIN 18032-3Prüfung der Ballwurfsicherheit
DIN 18032-4Doppelschalige Trennvorhänge
DIN 18032-6Bauliche Maßnahmen für Einbau und Verankerung von Sportgeräten
DIN 18032-7Prallschutzwandsysteme
Normen werden fortlaufend überarbeitet. Nummer, Titel und Ausgabestand sollten vor einer Verwendung beim Herausgeber geprüft werden.

Normen für Fitnessgeräte

Für stationäre Trainingsgeräte gilt die Normenreihe DIN EN ISO 20957, die die frühere Reihe DIN EN 957 abgelöst hat. Teil 1 enthält die allgemeinen sicherheitstechnischen Anforderungen und Prüfverfahren; weitere Teile behandeln einzelne Gerätearten – unter anderem Kraft-Trainingsgeräte, Laufbänder, Rudergeräte und Stepper. Die Reihe unterscheidet außerdem Geräte nach vorgesehenem Verwendungsbereich, was für gewerblich genutzte Geräte relevant ist.

Auch hier gilt: Diese Normen richten sich in erster Linie an Hersteller. Für den Betrieb sind zusätzlich die Herstellerangaben, die Nutzungsintensität und – bei netzbetriebenen Geräten – die Anforderungen an elektrische Betriebsmittel zu berücksichtigen.

Was bei gewerblicher Nutzung zu beachten ist

Betreiberpflichten in der Praxis

Unabhängig vom einzelnen Regelwerk laufen die Pflichten für Betreiber auf einige wiederkehrende Punkte hinaus:

  • Gefährdungen beurteilen und daraus Art, Umfang und Fristen von Prüfungen ableiten
  • Sicht- und Funktionskontrollen im laufenden Betrieb organisieren und Zuständige unterweisen
  • wiederkehrende Prüfungen durch fachlich geeignete Personen veranlassen
  • Prüfergebnisse dokumentieren und mindestens bis zur nächsten Prüfung aufbewahren
  • auf festgestellte Mängel reagieren und Maßnahmen nachhalten
  • nach Änderungen und nach besonderen Ereignissen erneut prüfen lassen
  • Herstellerangaben verfügbar halten und beachten

Häufige Fragen

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