Turnmatten prüfen und warten
Matten verschleißen textil, nicht mechanisch. Deshalb fallen ihre Mängel im Alltag kaum auf – und deshalb sind sie in Prüfbefunden regelmäßig überrepräsentiert.
Worauf es bei dieser Geräteart ankommt
Matten sind die unauffälligsten Sportgeräte einer Halle und gleichzeitig diejenigen mit der höchsten Stückzahl. Sie werden geschleift, gestapelt, gefaltet und gelagert – oft in Räumen, die für Textilien nicht ideal sind.
Ihre Funktion ist eindeutig: Sie sollen Energie aufnehmen. Ein zusammengesackter Kern, ein durchgescheuerter Bezug oder ein gerissener Griff beeinträchtigen genau diese Funktion – oder erschweren die sichere Handhabung. Unterschieden wird üblicherweise zwischen Turnmatten, Weichbodenmatten und Niedersprungmatten.
Prüfschwerpunkte
- Bezug: Durchscheuerungen, Löcher, Risse, Ablösung von Beschichtungen
- Nähte: gelöste oder gerissene Nähte, besonders an Kanten und Ecken
- Griffe und Griffschlaufen: Zustand, Befestigung, Belastbarkeit
- Klettverbindungen: Haftung, Verschmutzung, Vollständigkeit
- Kernmaterial: Verhärtung, Zusammensacken, Hohlstellen, Feuchtigkeit
- Unterseite: Rutschsicherheit, Zustand der Antirutschbeschichtung
- Maße und Dicke im Vergleich zum Ursprungszustand, soweit erkennbar
- Kennzeichnung: Angaben zu Typ und Verwendungszweck, soweit vorhanden
- Lagerung: Mattenwagen, Stapelhöhe, Feuchtigkeit im Lagerraum
Typische Schadensbilder
- durchgescheuerte Bezüge an Kanten und Ecken
- gelöste Nähte, aus denen Kernmaterial austritt
- gerissene oder fehlende Griffe, wodurch das Handling erschwert wird
- Klettverbindungen ohne Haftung, wodurch Matten auseinanderrutschen
- verhärtetes oder zusammengesacktes Kernmaterial mit verminderter Dämpfung
- feuchte oder muffige Matten aus ungeeigneter Lagerung
- nachlassende Rutschsicherheit der Unterseite
Normbezug
Für Sportmatten besteht die Normenreihe DIN EN 12503. Teil 1 behandelt Turnmatten, Teil 2 Stabhochsprung- und Hochsprungmatten. Die Reihe unterscheidet Matten nach Typen und Verwendungszwecken.
Für den laufenden Betrieb sind die Angaben des Herstellers zu Verwendungszweck und Pflege in der Regel die konkretere Quelle. Ob eine Matte ihre Dämpfungseigenschaften noch erfüllt, lässt sich im Rahmen einer Sicht- und Funktionsprüfung nur eingeschränkt beurteilen – eine messtechnische Prüfung der Dämpfung ist etwas anderes als eine Zustandsprüfung, und wir behaupten nicht, das eine mit dem anderen zu leisten.
Die dargestellten Informationen dienen der allgemeinen Orientierung. Welche Anforderungen im konkreten Fall gelten, hängt unter anderem von Bauart, Alter, Aufstellungsort, Nutzung und Herstellerangaben ab. Aus der Nennung einer Norm folgt nicht, dass sie für jedes Bestandsgerät unmittelbar anzuwenden ist.
Wartung und Instandsetzung
Kleinere Bezugsschäden lassen sich fachgerecht verschweißen oder flicken, Griffe und Klettverbindungen sind bei vielen Bauarten nachrüstbar. Reinigung und Trocknung gehören zur laufenden Pflege durch den Betreiber.
Bei verhärtetem oder zusammengesacktem Kernmaterial hilft keine Reparatur – hier empfehlen wir den Austausch. Ein wirksamer Beitrag zur Lebensdauer ist eine gute Lagerung: liegend auf Mattenwagen, trocken, ohne dauerhafte Punktbelastung.
Häufige Fragen
Kleinere Beschädigungen lassen sich fachgerecht instand setzen, sofern das Kernmaterial unbeschädigt und trocken ist. Bei großflächigen Durchscheuerungen oder eingedrungener Feuchtigkeit ist ein Austausch die sinnvollere Lösung.
Hinweise sind ein spürbar härteres Auftreffen, sichtbare Mulden, ein reduziertes Rückstellverhalten nach Belastung und eine geringere Dicke gegenüber vergleichbaren Matten. Eine messtechnische Beurteilung der Dämpfungseigenschaften ist eine gesonderte Leistung und nicht Teil einer Sicht- und Funktionsprüfung.
Trocken, liegend und auf geeigneten Mattenwagen. Hochkant an der Wand lehnende Matten verformen sich, und feuchte Lagerräume schädigen Bezug und Kern. Ein erheblicher Teil der Mattenschäden entsteht nicht im Gebrauch, sondern in der Lagerung.